Wenn es nicht einmal mehr für Essen reicht …

„Armut“ in Sri Lanka ist nicht „Armut“ in Deutschland.
Anders gesagt – niemand würde die hiesige Armut, so schlimm sie auch sein mag, mit der in
Sri Lanka tauschen wollen – wenn er denn beide kennen würde…

Von Ward 25 kennt sie niemand besser, als unsere Freunde der Ward 25 Group in Sri Lanka, die täglich mit ihr konfrontiert werden – in den Städten und Dörfern, bei Familien, die unter erbärmlichen Verhältnissen wohnen und mit äußerst geringen Einkünften am Existenzminimum leben müssen. Staatliche Hilfen? So gut wie Fehlanzeige!
Diese Familien leiden natürlich um so mehr in Zeiten wie der gegenwärtigen Corona-Pandemie. Was also tun, wenn Einkünfte deswegen ausbleiben, das Geld nicht mal mehr zum Essen reicht?

Für 16 der ärmsten Familien in Piliyandala, einem Ort im Großraum Colombo, gab es kürzlich unerwartete Hilfe: Lebensmittelpakete von Ward 25.
Diese Familien, die mit bis zu 7 (!) Personen in einem kleinen (mehr Hütte als) Haus leben müssen, das nicht einmal ihnen gehört und für die Miete zu bezahlen ist, haben nur einen Ernährer mit einem durchschnittlichen monatlichen Einkommen von umgerechnet ca. 70 Euro.
Es ist daher leicht nachzuvollziehen, welch große Freude und Erleichterung die Spende bei den Familien ausgelöst hat …

„Es ist das erste Mal überhaupt, dass wir solch eine Hilfe erhalten haben – und dann auch noch von Fremden!“ – hieß es.

Seit diesem Tag sind wir von Ward 25 dort keine „Fremden“ mehr …

Reis,Linsen, Kichererbsen, Tee, Fischkonserven, Soja-Fleisch, Chilli, Curry, Salz, Weizenmehl und Seife

Gefüllte Tragebeutel und 1 Sack Reis für jede Familie

Ganz sicher ein Lächeln hinter jeder Corona-Maske …

 

Wasser für die Daraluwa – Schule

Man stelle sich vor – unsere Kinder gehen in die Schule, haben dort aber keine Möglichkeit, sich zu irgendeiner Zeit die Hände zu waschen, sich zu erfrischen oder etwas vom hierzulande sauberen Wasser zu trinken …
Was bei uns zur sofortigen Schulschließung führen würde, ist in Sri Lanka an vielen Schulen – besonders in ländlichen und abgelegenen Gebieten – ein Dauerzustand. Also nicht mal nur für einen Tag, sondern für Monate, Jahre, sondern jeden Schultag … bei allgegenwärtiger Hitze und Staub, die Toiletten mag man sich erst recht nicht unter diesen Umständen vorstellen …
Man behilft sich irgendwie: Kinder bringen ihr Wasser (oft auch für die Toilettengänge) in einer Flasche jeden Tag von zu Hause mit, in der Schule zwar vorhandenes, aber unsauberes Brunnenwasser muss erst gefiltert oder aufwändig abgekocht werden.

Dieser Zustand hat nun für die über 250 Kinder und das Lehrpersonal der Daraluwa-Schule,
65 km nordöstlich von Colombo gelegen, ein Ende!

Diesmal finanziert durch eine großzügige Einzelspende wurden alle Arbeiten für einen notwendigen Brunnenbau, die Stationierung eines Zwischenbehälters, für Leitungen und die gesamte Installation durch lokale Firmen und die Elternschaft unter Leitung der Ward 25 Group realisiert. Unvorhergesehene Probleme, wie felsiger Untergrund oder ein langwieriges Genehmigungsverfahren führten zwar zu Verzögerungen, waren aber niemals Anlass, dieses mittlerweile 21. Ward 25-School-Water-Project aufzugeben.

Die Einweihungsfeier – wegen der Corona – Einschränkungen mit geringerer Schülerzahl – war ein besonders schön gestaltetes, sehr bewegendes und schlichtweg unvergessliches Ereignis.

Sauberes Trinkwasser aus einem Schul-Wasserhahn…
Bei uns eine Selbstverständlichkeit – in Sri Lanka noch lange nicht.
Aber – wir bleiben dran – gern gemeinsam mit Ihnen !

Zeremonieller Start der Bohrung

Bohrung endlich erfolgreich !

Installationsarbeiten

Zwischenbehälter

Feierliche Einweihung

Festbeitrag

Das erste Wasser …

„Ist doch selbstverständlich“ ? – Nicht in Sri Lanka !

Wenn in Sri Lanka regionale Einrichtungen verschiedenster Art in der Corona-Krise an Ward 25 herantreten und vom Mangel an elementarer Ausstattung zum Schutz des Personals und von Bürgern berichten, dann hat das fast überall die gleichen drei Hauptursachen. Stark vereinfacht gesagt :
es kümmert sich „von oben“ niemand darum
– es ist dafür kein Geld vorhanden
– die Menschen werden nicht ausreichend
   über die Wichtigkeit aufgeklärt

Offensichtlich wurde dies z.B. im Kontakt mit Betroffenen im Raum Kesbewa, ca. 25 km südlich von Colombo. Dabei ging es diesmal „nur“ um Desinfektionsmittel…
Ob Stadtverwaltung, öffentliche Bibliothek, Müllabfuhr, Ayurveda-Apotheke – alle wurden von Ward 25 kürzlich  mit ausreichend Kanistern „Sanitizer“ für das jeweilige Personal und Bürger versorgt. Gleiches gilt für die dortige Entbindungs- und Kinderklinik sowie für das Medical Center in Balangoda im zentralen Süden Sri Lankas. Selbst in solchen medizinischen Einrichtungen (!) fehlte es daran…

Man mag es hier als „Kleinigkeit“ abtun – so ein Kanister kostet in Sri Lanka umgerechnet gerade mal 2,50 Euro – es zeigt aber einmal mehr als deutlich den Unterschied von dem, was in Sri Lanka und hier als „Selbstverständlichkeit“ angesehen wird…

… für die Stadtverwaltung Kesbewa

… für die Ayurveda -Apotheke

… für das Medical Center Balangoda

 

 

… für das Personal der Müllabfuhr

… ein Schlauch für die Flächenreinigung und -desinfektion

Masken für Sri Lankas Schulkinder – mehr als ein Schutz

Zu lernen und zu unterrichten ist für die Kinder und ihre Lehrerinnen und Lehrer besonders in den ländlichen Regionen Sri Lankas von jeher eine große Herausforderung. Oft nicht ausreichend qualifiziertes und unterbezahltes Lehrpersonal, mangelnde Räumlichkeiten und Ausstattungen an den Schulen, nur unzureichend vorhandene Lehr- und Lernmittel, fehlende Pausenversorgung, die tropischen Temperaturen, … all dies stellt schon unter solchen „normalen“ Verhältnissen für alle eine enorme Belastung dar.

Nun also noch Corona … Anfangs blieben die Schulen geöffnet, dann wurden sie geschlossen, dann wieder geöffnet und jetzt wieder geschlossen, um sie vor der zweiten Corona-Welle zu schützen. Die Zeiten der Öffnung wurden von Ward 25 genutzt, um wenigstens drei Schulen mit den so wichtigen Schutzmasken zu versorgen – für die Kinder und für die Lehrerinnen und Lehrer.

50 SLRupeen (ca. 25 Cent) für eine Maske scheinen „nichts“ zu sein – gemessen an hiesigen Maßstäben. Doch in Sri Lanka, angesichts dort mittlerweile existenz- und sogar lebensbedrohender Verhältnisse speziell auf dem Land ist der Kauf einer solchen keine Selbstverständlichkeit … Durch Lockdowns und Curfews haben sehr, sehr viele Familien schlichtweg ihre Einkommensquelle verloren! Finanzielle Unterstützung, Lohnausgleiche, Soforthilfen und dgl. vom Staat gibt es für diese Familien derzeit und absehbar so gut wie keine!

Dies ist ganz sicher ein bemerkenswerter Aspekt im Vergleich zu den oft kritisierten ausgleichenden Maßnahmen hierzulande…

Für einige hundert Schulkinder, Lehrerinnen und Lehrer, Sri Lankas sind die übergebenen Masken (jeder bekam 3) nun jedenfalls weitestgehender Schutz, andererseits aber auch ein Symbol dafür, dass sie in dieser für sie so bedrohlichen Zeit nicht allein gelassen werden …

 

Werkzeuge für den Unterricht der „Großen“

An sich eine gute Idee der staatlichen und regionalen Verantwortlichen, das Fach „Engineering and Science Technology“ in den Unterrichtsplan der oberen Klassen aufzunehmen. Nur – was nützt es, wenn die unabdingbaren Unterrichtsmittel hierfür fehlen bzw. weder bereit gestellt, noch von den Schulen selbst aufgebracht werden können?
Auch für die mit 1300 Schülerinnen und Schülern sehr große Sri Sena Schule in Imbulana
– ca. 100 km von Colombo entfernt im Kegalla-Distrikt gelegen – besteht der Anspruch, dieses Unterrichtsfach mit praktischer Ausbildung zu verbinden. Hierfür sind zumindest Werkzeuge erforderlich. Alle Bemühungen der Schule, sie zu erhalten oder zu beschaffen waren erfolglos, so dass man sich letztlich mit einem Hilferuf an die Ward 25 Group in Sri Lanka wandte …
Kurzum – entsprechend unserem Anliegen, auch und insbesondere die schulische Ausbildung von Kindern und Jugendlichen in Sri Lanka zu fördern, wurde dieser Schule kürzlich eine größere Menge an benötigten verschiedenartigen Werkzeugen übergeben. Mit ihnen sind die Lehrkräfte nun in der Lage, die entsprechenden praktischen Fertigkeiten und Fähigkeiten zu vermitteln, die zudem äußerst hilfreich für den späteren Einstieg in eine einschlägige berufliche Tätigkeit sind.

Alle gewannen bei der Übergabe und beim Ausprobieren den Eindruck, dass sich die „Großen“ dieser Chance durchaus bewusst sind …



 

Teepflanzen als Existenzhilfe

Der dringende Wunsch, das kaum zum Leben ausreichende Familieneinkommen durch eine zusätzliche Einkommensquelle aufbessern zu können, stößt immer dann an seine Grenzen, wenn die notwendigen Anschaffungskosten einfach die Möglichkeiten überschreiten. Jüngstes Ward 25 – Projekt in dieser Richtung ist die Bereitstellung von Teepflanzen und entsprechendem Dünger für besonders bedürftige Familien. Das oft strapazierte „Hilfe zur Selbsthilfe“ – hier wird es im besten Sinne umgesetzt.
Konkret sind es vorerst 7 Familien aus der Region Balangoda, die jeweils 300 Teepflanzen einschließlich Dünger erhalten bzw. in erster Teilmenge bereits erhalten haben. In ca. 1 ½ Jahren können die ersten Blätter gepflückt und an Zwischenhändler verkauft werden. Die oben erwähnten Anschaffungskosten betragen hier pro Familie gerade mal um die 50 Euro (!). Für uns in Deutschland ein geradezu lächerlicher Betrag in Hinblick auf das, was wir hier vergleichbar für ein Zusatzgeschäft aufzubringen hätten. Auch die Verkaufserlöse für den geernteten Tee
(ca. 50-60 kg monatlich) bewegen sich in Sri Lanka in dieser Dimension: ca. 25 bis 30 Euro pro Monat. Hier bei uns ein kaum nennenswerter Betrag – in Sri Lanka ein ganz wesentlicher Beitrag zum Familieneinkommen, das meist nicht viel mehr als 100 … 150 Euro im Monat beträgt.

„Teegärten“ haben ja eigentlich eine andere Bedeutung – in Sri Lanka aber sichern sie Existenzen…

 

Versorgung der Unterversorgten – Ward 25 hilft mit Nahrungsmitteln und Medikamenten

Unterversorgt“ ist eine vergleichsweise milde Umschreibung dessen, was sich dahinter verbirgt, nämlich z.B. an keine Grundnahrungsmittel zu gelangen oder sie sich nicht leisten zu können oder an keine benötigten Medikamente zu kommen, weil sie schlichtweg nicht zu haben sind. Was dies für Familien und deren Kinder bedeutet, mögen wohl nur diejenigen hierzulande ermessen, die Gleiches schon einmal erlebt haben. Mit dem Unterschied – in Sri Lanka ist es für viele Menschen ein Dauerzustand, der oft für ein ganzes Leben bestimmend ist …
Für die Menschen in Sri Lanka bedeutet ‚Corona‘ nun noch eine weitere Verschärfung der Situation, die für sie nicht selten in völliger Entbehrung und Ausweglosigkeit endet.
Dem zu begegnen war das Anliegen der Ward 25 Group, als sie kürzlich allen Bewohnern der 10 „Ward 25 – Tsunami-Häuser“ in Payagala (siehe Aktuelles-Beitrag: Das „Tsunami-Dorf“ Payagala – Möglichkeiten und Grenzen eines Ward 25-Projekts) Lebensmittel-Pakete* übergab. Diese Hilfe wurde auf 17 Familien benachbarter „Tsunami-Häuser“, die damals von einer kirchlichen Organisation gebaut wurden, ausgeweitet. Alle werden seit Jahren von den örtlichen Behörden auffällig vernachlässigt…
Demzufolge waren die Lebensmittel bei allen 27 Familien höchst willkommen, denn sie halfen in einer Situation, die von strengen Ausgangssperren, fehlendem Familieneinkommen und Knappheit an Allem geprägt ist, zumindest „über den Berg“.    

* Reis, Zucker, Linsen, Tee, Fisch, Chilli, Curry

 

 

 

 

 

 

 

Unterversorgte Gesundheits-
stationen im Land bedeutet u.a., Menschen nur deswegen nicht helfen zu können, weil elementare Medikamente fehlen. Was lag also näher, als alle mit Spendenmitteln beschafften und noch haltbaren Medikamente aus „Vor-Corona-Zeit“ an solche Gesundheits-
zentren zu übergeben.
So geschehen am 09. Juni für ein Medical Health Office und eine Geburtsklinik im Raum Balangoda-Imbulpe. Die Hilfssendung  umfasste jeweils dringend benötigte  Medikamente und medizinische Hilfsmittel wie Schmerzmittel, Antibiotika, Blutdruck-, Colesterin-, Diabetes-, Magen-, Asthma-Medikamente, Augen-, Ohren-, Nasentropfen, Salben und Verbandsmaterial.
Wieder konnte in einer Notsituation geholfen und damit offensichtlich auch Freude und Erleichterung ausgelöst werden …

Corona in Sri Lanka

Wenn es um das Attribut „leidgeprüft“ geht, kommt man ganz sicher nicht am Volk, an den Menschen Sri Lankas vorbei. Armut, Unterversorgung, Bürgerkrieg, Tsunami, Überschwemmungen, Denguefieber, … und nun auch noch Corona.

Es ist an dieser Stelle müßig, sich über diese Infektionskrankheit selbst, über ihre Ursachen und Verbreitung, über Zahlen und Statistiken auszulassen. Die Meinungen und Meldungen dazu gehen oft auseinander, vom Wahrheitsgehalt nicht zu reden. Es gibt jedoch einen weltweit herrschenden Konsens: das Covid-19-Virus ist gefährlich, es gibt eindeutige Symptome, es gibt Leid und es gibt Tote, daher sind eben auch weltweit Gegenmaßnahmen – auch in Sri Lanka – unumgänglich.

Es ist nun ebenso müßig, sich über den Zeitpunkt, die Wirksamkeit bzw. Sinnhaftigkeit einzelner dieser Gegenmaßnahmen auszulassen. Selbst Experten sind darin uneins und erst die Zeit wird offenbaren, was angemessen und nützlich war und was nicht. Während die Einschränkungen und Folgen im reichen Deutschland noch halbwegs abgefangen werden können, trifft es die Menschen in einem armen Land wie Sri Lanka doppelt hart. Der weit überwiegende Bevölkerungsanteil lebte vorher ohnehin am Existenzminimum, nun führen die auch in Sri Lanka verordneten „Lockdowns“, „Curfews“, „Shutdowns“ , also Ausgangssperren und Schließungen, mehr und mehr in eine kaum noch zu bewältigende Belastung für die Menschen und ihre Familien. Dass wie hier auch in Sri Lanka Kindergärten, Schulen und Universitäten geschlossen, Ämter kaum besetzt sind, Non-Food-Läden und Märkte schließen mussten, Großveranstaltungen abgesagt wurden u.ä. ist vergleichsweise noch irgendwie eine Zeitlang zu verkraften. Kaum zu verkraften ist dort auf Dauer jedoch, dass durch die Schließungen und Beschränkungen die einzige Einkommensquelle für Tausende Familien in Sri Lanka versiegt ist! Das gilt für Fabrikarbeiterinnen (es fehlen die Rohstoffe aus China), für die Beschäftigten im zusammengebrochenen Tourismus- und Hotel-Bereich, für Dienstleister, Händler und Gewerbetreibende, für die Beschäftigten im Transportwesen, für Hilfsarbeiter, für die vielen Tagelöhner, die von ihrem ohnehin niedrigen und auch nur gelegentlichen Lohn ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen.
Die Menschen haben kaum Rücklagen (woher auch…) und so gibt es derzeit Schlangen vor den Pfandhäusern, die Menschen verkaufen ihre wenigen Wertgegenstände und Habseligkeiten, um sich Lebensmittel kaufen zu können! Ganze Orte leiden unter einer Quarantäne, die kaum Gelegenheit lässt, wenigstens Nahrungsmittel zu beschaffen. Aber auch die anderen haben riesengroße Probleme, in den wenigen sperrzeitfreien Stunden überhaupt an Lebensmittel zu kommen. Das ohnehin chronisch unterversorgte Gesundheitswesen ist erst recht in Corona-Zeiten überfordert – die Leidtragenden sind die Kranken.

Maßnahmen zur Entspannung und zur Erleichterung gibt es zwar. So kümmert sich z.B. die Armee teilweise mit um Versorgungsleistungen, es gab 5.000 SLRupees (ca. 25 Euro) für Selbständige, um wenigstens den Monat April zu überbrücken. Diese und Maßnahmen auf anderen Gebieten sind jedoch für die Masse der Bevölkerung absolut unzureichend. Das Leben der Menschen in Sri Lanka ist daher insgesamt von tiefer, existentieller Sorge und Unsicherheit geprägt.

Hinzu kommt, dass die Zahl der Erkrankungen und Todesfälle in Sri Lanka noch einige Zeit weiter ansteigen wird, sicher begünstigt durch viele Einreisen (die leider erst sehr spät gestoppt wurden), durch viele andere Beispiele unbewusster, fahrlässiger und unkontrollierter Verbreitung im Lande.

Was also tun? Was tun!

Ward 25 sorgt dafür, dass zumindest die Patenkinder und ihre Familien während der Maßnahmen ausreichend versorgt sind, hält die Kontakte zu den Schulen aufrecht (wegen der Ausgangssperren zumindest telefonisch). Für akute Notfälle stehen unsere Fonds bereit. Diese werden ausschließlich aus Ihren Spenden gefüllt…. Für alle, die beitragen möchten, den im tatsächlichen Sinne ‘leidgeprüften‘ Menschen in Sri Lanka zu helfen, stehen unsere beiden Bankverbindungen zur Verfügung :
Ward 25 – Hilfe für Sri Lanka, Commerzbank Hannover IBAN: DE18 2504 0066 0480 9869 00
Sparkasse Schwarzwald-Baar IBAN:DE17 6945 0065 1150 2575 25
Verwendungszweck: Corona-Hilfe Sri Lanka

Vielen Dank!

COLOMBO, 2. Mai 2020, nachmittags – Impressionen

Leere Straßen …

Zentraler Bus-Stand

Markthalle

Mobiler Verkauf … für Brot

… für Gemüse

… für Fisch

Fliegender Händler

Ein paar Tage Essen für die Familie

 

 

 

 

Ward 25 organisierte Medical Camp – 500 kamen zur mobilen Sprechstunde …

„Gesundheit ist das größte Geschenk“ lautet die aus dem Singhalesischen übersetzte Überschrift auf einer der Bekanntmachungen in und um Horawadunna, einem kleinen Ort in ländlichem Gebiet, ca. 70 km nordöstlich von Colombo entfernt, die das jüngste „Ward 25 – Medical Camp“ ankündigten. Am Ende des Textes heißt es „Jeder ist willkommen“…

Menschen in Sri Lanka – besonders auf dem Lande – leiden schwer unter der kaum entwickelten medizinischen Grundversorgung. Es sind lange und oft nur schwierig zu bewältigende Wege bis zur nächsten Arztstation, in der Regel stundenlange Wartezeiten, hinzu kommen sehr schwer oder nicht aufzubringende Kosten für diverse Medikamente …

Ward 25 begann schon vor über 15 Jahren damit, mobile Arztpraxen bzw. Sprechstunden, sogenannte Medical Camps, für die Bevölkerung vor Ort zu organisieren. Bislang letztes Beispiel war Anfang des Jahres das Medical-Camp in Horawadunna. Die Räumlichkeiten stellte die dortige Schule zur Verfügung, die eine Ward 25-Partnerschule des Gymnasiums in Peine ist. Es wurde von den dortigen Helfern alles Notwendige umgesetzt, u.a.  wurden die Bekanntmachungen in der Gegend angebracht, Mobiliar geräumt und beschafft, die Räumlichkeiten zweckmäßig vorbereitet. Durch die Ward 25 Group wurden für diesen Tag 8 Ärztinnen, 2 Pharmazeuten und 2 Optiker gewonnen, die sich freiwillig und kostenlos zur Verfügung gestellt haben, es wurden aus Spendenmitteln gebräuchliche Medikamente beschafft und bereitgestellt, alle angefallenen Transporte übernommen.
Die Resonanz am Tag der Öffnung war überwältigend. Bereits früh drängten sich die Menschen. Jeder wurde registriert, jeweils einem Arzt bzw. Spezialisten zugewiesen, von diesem befragt und untersucht. Es wurden Rezepte ausgestellt, die meisten Medikamente gleich an Ort und Stelle ausgegeben. Es wurden Überweisungen ausgeschrieben, sofern gesundheitliche Probleme nicht gründlicher diagnostiziert oder behandelt werden konnten.

Die Ersten kamen bereits eine Stunde früher …

„Warte-und Behandlungszimmer“

 

 

 

 

 

 

 

Medikamentenausgabe

Augenuntersuchung

 

 

 

 

 

 

Bei fast 250  Besuchern des integrierten „Eye-Camps“ wurde von den beiden Optikern das Sehvermögen untersucht. Mit diesen Angaben konnten einige Tage später für jeden Einzelnen passgerechte (!) Brillen – natürlich kostenlos – zur Verfügung gestellt werden! Dass Menschen – oft nach Jahren! – endlich wieder richtig sehen und lesen können, war Allen von Anfang an ein ganz wichtiges Anliegen.

Anpassen der richtigen Linse

228 neue und passgerechte Brillen

Endlich wieder lesen können ..

 

 

 

 

 

 

 

Am Ende des Tages wurden nahezu 500 (!) Männer, Frauen und Kinder gezählt, die diese Gelegenheit für eine „Sprechstunde vor Ort“ genutzt haben. Die Anerkennung, Dankbarkeit und Freude  der Menschen war eine volle Bestätigung dessen, was beabsichtigt war. Dies hinterließ bei allen Beteiligten eine tiefe Befriedigung. Die Mühen des ansonsten überaus anstrengenden und langen Tages waren schnell vergessen.

Das nächste Ward 25-Medical Camp und -Eye-Camp sind jedenfalls schon geplant …

Das „Tsunami-Dorf“ Payagala – Möglichkeiten und Grenzen eines Ward 25-Projekts

Die im Nach-Tsunami-Jahr 2005 hierzulande erlebte der Hilfsbereitschaft ist uns allen noch in guter Erinnerung. Gleichzeitig galt es damals jedoch, die vergleichsweise immensen Spenden in Sri Lanka gezielt und effektiv einzusetzen. Hierzu gehörte die große Spende eines süddeutschen Sinfonieorchesters. Ward 25 bestand damals diese Prüfung, indem es unter vielschichtigen Problemen mit Hilfe dieser Spende gelang, in Payagala, ca. 70 km südlich von Colombo, ein kleines „Dorf im Dorf“ mit 10 einfachen Wohnhäusern und einem Kindergarten für die Opfer der Flutkatastrophe zu errichten. Die Infrastruktur war noch unzureichend, aber – die betroffenen Familien hatten ein neues, solides Dach über dem Kopf unter dem es sich endlich wieder würdig leben ließ.
Damit waren diese Mittel jedoch so gut wie aufgebraucht und Ward 25 in Sri Lanka konnte und musste sich wieder ganz dem Hauptanliegen – für die Kinder Sri Lankas da zu sein – widmen. Dies bedeutete jedoch auch, dass ab dann die Kommune bzw. die örtlichen und regionalen Behörden ihre Verantwortung zur Entwicklung der Infrastruktur und zum Erhalt des Dorfes insgesamt wahrzunehmen hatten.

Um es kurz zu machen – dies hat sich über die letzten 15 Jahre gesehen leider nicht erfüllt. Ein Mitglieder-Ehepaar sah zuletzt im Januar 2020 bei einem Besuch , dass die Einrichtungen zur Wasserversorgung marode, Wege unbefestigt, der Kindergarten aufgelöst, Häuser im reparaturbedürftigen Zustand waren.

Durch eine äußerst großzügige Spende dieses Paares konnte – wenn auch erst nach Verhandlungen mit Vertretern der Kommune – durch die Bewohner zumindest ein Teil dringend notwendiger Reparaturarbeiten in Auftrag gegeben oder selbst durchgeführt werden. Insbesondere Türen und Fenster wurden erneuert, Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten für eine verbesserte Wasserversorgung wurden realisiert sowie weitere Mittel für die Überprüfung und Ausbesserung am Rohr- und Brunnensystem bereitgestellt.

Auch wenn hier und da auch einmal die Frage nach der Eigeninitiative der Bewohner gestellt werden musste – es gab da durchaus Defizite – sind diese an der Armutsgrenze lebenden Familien finanziell meist schlichtweg überfordert. Übereinstimmend kam von ihnen zum Ausdruck, dass es bereits seit Jahren seitens der Kommune generell an Unterstützung und wohl auch Interesse gemangelt hätte und sie sich allein gelassen fühlen.

Durch Ward 25 allein lässt sich künftig allenfalls sporadisch und punktuell etwas am Zustand des Dorfes verbessern. Dies ist einerseits abhängig von zweckgebundenen Spenden, andererseits  von freien Kapazitäten neben der Hauptarbeit – den Ward 25 -Projekten speziell für Kinder.

So muss es nach derzeitigem Stand dabei  bleiben – Ward 25 wird, wie in Payagala, generell nicht die Aufgaben und Verantwortlichkeiten einer Kommune  zur Nachhaltigkeit übernehmen können.
Hier liegen sie, die Grenzen unserer Möglichkeiten …